Bald wieder Kinodonnerstag
Dieses Mal sind sicherlich die Filme Wüstenblume…sowie der lange auf sich wartende Filmstart von Perlham 123 am interessantes!
24.09.2009:
- Die Entführung Der U-Bahn Pelham 123
- Wüstenblume
Weitere Neustarts:
- Der Gelbe Satin
- Lauras Stern
- Louise Hires A Contract Killer
- Short Cut To Hollywood
- Sweetgrass
- The Age Of Stupid
- Vision – Aus Dem Leben Der Hildegard Von Bingen
Gestern stand was ganz verrücktes auf dem Programm:
Mulholland Drive gucken
Nachdem wir uns letzte Woche den Film “Stay” von Marc Foster angeschaut haben,
wollten wir uns dieses Mal dem Meister der sogenannten “mindfuckin Movies” widmen: David Lynch!
Marc Foster, wessen Film als Nacharmung an das Werk von Lynch gesehen wird, ist mittlerweile übrigens zu einem Regiseur erster Garde aufgestiegen, denn nicht zuletzt drehte er den neuen James Bond!
Bevor ich genauer auf den Film und seine Handlungen eingehe, hier kurz einmal der Trailer:
Wie vielleicht schon der Trailer zeigt, bekommen die Zuschauer hier ein ganz verwirrtes Meisterwerk der Filmkunst zu sehen.
Wer sich das Vergnpgen bereitet den Film anzuschauen, steht mit Sicherheit danach vor genauso große Rätseln wie wir!
Hierbei soll eine kleine Erklärung, die wir nach langer Recherche im Internet ausfindig machen konnten, ein wenig Abhilfe schaffen:
“Das grobe Handlungsgerüst des ersten Teiles ist um einen Autounfall gruppiert, den eine junge, schwarzhaarige Frau erleidet. Ein Wagen fährt den Mulholland Drive bei Hollywood entlang, die Frau sitzt im Fond des Wagens. Auf einmal hält das Auto an und der Fahrer nötigt die Frau mit vorgehaltener Waffe auszusteigen. Es ist offensichtlich, dass sie umgebracht werden soll. Doch bevor es dazu kommt, kollidiert das stehende Auto mit einem anderen Fahrzeug, dass sich mit einem dritten ein Wettrennen leistet und so die falsche Spur okkupiert. Der Aufprall tötet den Fahrer und seinen Beifahrer, die Frau jedoch verlässt benommen das Auto und wankt im Schockzustand von der Straße weg querfeldein nach Hollywood, wo sie wahllos eine offenstehende Wohnung aufsucht und dort einschläft. Bei der Wohnung handelt es sich um ein Künstlerapartment, das die Besitzerin in diesem Moment verlässt, um es für die Zeit ihrer Abwesenheit ihrer Nichte zu überlassen, die gerade versucht, als Schauspielerin in der Traumfabrik (Sie sehen auch hier, warum es um Träume geht, ohne dass geträumt werden muss) Fuß zu fassen. Die junge und unbeschwert optimistische Nichte Betty findet daher am nächsten Tag die Wohnung nicht leer vor, sondern trifft auf die schwarzhaarige Frau, als diese gerade nackt unter der Dusche steht. Sie hält sie zunächst für eine Freundin ihrer Tante. Die Schwarzhaarige leidet infolge des Unfalles unter Amnesie, die sie zunächst zu verbergen sucht, und gibt auf Nachfrage ihren Namen als „Rita“ aus. Davon wurde sie durch ein Plakat zum Film Gilda mit Rita Hayworth inspiriert, das im Badezimmer hängt. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit zwischen der Schwarzhaarigen und Rita Hayworth frappierend. Der Schwindel fliegt rasch auf, aber die junge und übrigens blonde Betty beschließt, Rita bei der Suche nach ihrer Identität zu helfen. Man könnte sogar sagen, sie initiiert diese Suche überhaupt erst, denn Rita, in deren Tasche sich große Mengen Geldnoten und ein geheimnisvoller blauer Schlüssel finden, hält eine unbestimmte Angst davor ab, ihre Identität aktiv zu erforschen. Nur wenige Erinnerungsreste ermöglichen es Rita, etwas zu dieser Suche beizutragen. Die beiden Frauen finden schließlich heraus, dass es auf dem Mulholland Drive einen Unfall gegeben hat. In einer Gaststätte namens „Winkies“ (der Ort entfaltet weitere Bedeutsamkeit in anderen Zusammenhängen) beratschlagen die Frauen das weitere Vorgehen. Rita besinnt sich plötzlich auf einen Namen: Diane Selwyn. Mangels anderer Hinweise suchen sich die Frauen den Namen im Telephonbuch, erhalten eine Adresse, die sie gemeinsam nach einem Vorsprechtermin Bettys für ein offenbar schlecht vorbereitetes Filmprojekt aufsuchen. Hier kommt es zur dramatischsten Szene des Films. Rita fühlt sich von einem schwarzen Wagen verfolgt. Im Bungalow von Diane Selwyn finden sie eine Frau vor, die weder Diane ist, noch Ritas Identität zu kennen scheint, die Frauen aber zu einem anderen Bungalow schickt, den sie mit Diane Selwyn getauscht haben will. Die beiden Frauen dringen, wieder auf Initiative Bettys, in diesen Bungalow ein und finden im Schlafzimmer eine verwesende Frauenleiche. In Panik verlassen sie den Bungalow, kehren in Bettys Apartment zurück und treffen die Entscheidung, Ritas schwarze Haare zu kürzen, sodass sie sich mit einer blonden Perücke tarnen kann. Was konkret die Frauen zu dieser Schlussfolgerung bewogen hat, bleibt unklar, ebenso wie die Todesursache der Leiche auf dem Bett. Es entwickelt sich nun zwischen den beiden Frauen eine heftige Liebesszene. Betty überrascht kurz darauf Rita, die scheinbar träumend, aber mit offenen Augen laut spanische Wortfetzen von sich gibt: „Silencio. No hay banda“: „Schweigen. Es gibt keine Band.“ Sie weckt die Geliebte, die daraufhin in die Stadt fahren will. Sie suchen ein verstecktes Theater auf mit dem Namen „Club Silencio“. Dort tritt ein Conferencier auf und teilt dem Publikum mit, dass alles, was sie im Folgenden hören, keine echte Musik sei, sondern vom Band komme: „no hay banda, no hay orchestra“: es gibt keine Band und es gibt kein Orchester. Die Frauen befinden sich im Zustand wachsender Panik, der seinen Höhepunkt erreicht, als eine Sängerin leidenschaftlich ein spanisches Liebeslied intoniert und plötzlich leblos zu Boden sinkt. Natürlich läuft der Gesang – er kommt eben vom Band – weiter. Betty und Rita verlassen Hals über Kopf das Theater, kehren in Bettys Apartment zurück. Betty praktiziert unvermittelt ein blaues Kästchen aus ihrer Handtasche und übergibt es Rita. Beim Betreten des Apartments verschwindet Betty, ohne dass Rita oder dem Zuschauer klar wäre, wohin und warum. Rita steckt den Schlüssel, den sie anfangs bei sich hatte, in das Kästchen. Sie dreht ihn herum, öffnet das Kästchen und verschwindet ebenfalls, als hätte sie der kleine Raum eingesogen. Das blaue Kästchen fällt herab und wird am nächsten Morgen von Bettys Tante gefunden.”
“Neben der Geschichte von Rita und Betty erzählt der Film von dem Regisseur Adam Kersher. Wir lernen ihn bei einem Gespräch mit einigen Studiobossen kennen. Offenbar ist die Hauptdarstellerin seines Films verloren gegangen – der Zuschauer vermutet, ohne sicheres Wissen davon zu haben, dass es sich hierbei um Rita handeln könnte, die vielleicht sogar von den Filmproduzenten aus dem Wege geräumt wurde, um die Hauptrolle neu zu besetzen. Kersher wird von zwei Produzenten massiv bedrängt, die Hauptrolle seines Films mit einer völlig unbekannten Frau namens Camilla Rhodes zu besetzen. Kersher weigert sich und stürmt aus dem Studio. Er demoliert hasserfüllt den Wagen der beiden Produzenten und zieht sich gekränkt in sein Haus zurück. Dort aber findet er seine Frau im Bett mit einem Handwerker vor. Diese schämt sich nicht einmal und beschimpft den sprachlosen Regisseur noch, weil er zu ungewohnter Zeit nach Hause käme. Nach stummer Gegenwehr wird Kersher gewaltsam aus seinem eigenen Hause vertrieben. Er sucht in einem kleinen Hotel Zuflucht, muss aber erkennen, dass man ihn auch dort gefunden hat, denn es treffen Nachrichten für ihn ein: seine Konten sind gesperrt und er verliert seinen Film. Eine Mitarbeiterin teilt ihm mit, dass eine ominöse Person, die sich Cowboy nennt, mit ihm sprechen will. Kersher willigt ein und trifft den Cowboy in einem verlassenen Corral. Dieser macht ihm klar, dass sein Leben verpfuscht sein wird, wenn er sich weigert, die Hauptrolle so zu besetzen, wie man es ihm am Vormittag bedeutet hat. Völlig aus seiner Existenz gefallen lenkt Kersher ein. Wir sehen ihn am nächsten Tag am Set, als er sich bei einem Casting für die farblose Camilla Rhodes als Hauptrolle entscheidet. Kurz fällt sein Blick auf Betty, die sich gerade am Set befindet. Der Augenkontakt ist intensiv, wird aber abgebrochen, weil Betty zu Rita eilt, mit der sie – wie bereits erzählt nach Diane Selwyn fahndet.”
Wem das immer noch nicht reichen sollte…dem empfehle ich die Präsentation von Frank Wittchow
Letzte Kommentare